Wir hatten ja grade
unseren Balou, allerdings aber auch schon die Einladung zum
Collietreffen bei Stephanie Noelle. Der Plan war nun, uns
schon mal bei Stephanie um zu schauen und zu entscheiden, wie
unser Collie in 1-2 Jahren aussehen soll. Wir sind
also mit Balou zum Collietreffen, welches gleichzeitig
Zuchtschau war, gefahren. Balou fand das alles klasse!
So viele Collies, er war mit seinen 4 Monaten schon fast
genauso groß wie sie und es wurde getobt, gerannt und
Collies frisiert (nicht grad praktisch wenn die Zuchtschau
am nächsten Tag ist...)
Am Tag der Zuchtschau haben
wir Balou dann lieber an der Leine gelassen und uns all die
wunderschönen Collies angeschaut. Einer viel uns besonders
ins Auge, weiß/ tricolor, ich schätzte ihn auf ca 1 Jahr.
Irgendwann kam eine Freundin von Frau Noelle zu mir und
fragte mich, ob ich wüßte, das Domino- so hieß der
Prachtbursche- zu vermitteln sein. Nein, wußte ich nicht,
wollte ich auch gar nicht wissen!

Meine Antwort: wie alt ist er denn??? Antwort: knapp 1 Jahr
hmmm....
Ich habe das meinem Mann weiter erzählt, seine Reaktion:
will gar nicht wissen, das er zu vermitteln ist, wie alt ist
er denn?
Den ganzen Tag behielten wir Domino im Auge, er wurde sogar
Jugendsieger, aber das war uns eigentlich egal - er
faszinierte uns.
Abends kam Frau Noelle zu uns und erzählte uns auch, das
Domino zu vermitteln sei und wir uns doch überlegen sollten,
ob er nicht zu uns passen würde. Darüber hatte ich auch
schon nachgedacht und ganz zufällig am Nachmittag Balou und
Domino häufig zusammen gebracht.

Es waren auch noch andere
Interessenten für Domino da, aber Frau Noelle meinte, bei
uns wäre er am besten aufgehoben... Wir kamen ins grübeln,
jetzt schon ein Zweithund zu unseren Jungspund? Und dann
auch noch einer mit Vergangenheit?
Domino war als Welpe ganz normal vermittelt worden,
allerdings verloren die Leute schnell das Interesse an ihm.
Ein Collie war zu langweilig! Er eignete sich nicht zur
Schutzhundausbildung und er konnte keine Treppen laufen
(würde ich auch nicht, wenn ich zum üben runter geschupst
worden wäre)!
Domino muß wohl einige Zeit nur auf einem Dachboden
verbracht haben, als er mit 8 Monaten wieder bei Frau Noelle
abgegeben wurde, war er sehr schlecht ernährt und in einem
desolaten gesundheitlichen und psychischem Zustand.
Mit viel Geduld, Liebe und Futter hat Frau Noelle ihn wieder
aufgepäppelt. Domino sollte eigentlich in die Zucht und Frau
Noelle suchte nun einen Platz, wo er geliebt wurde und immer
bleiben konnte.
An diesem Tag konnten und wollten wir keine Entscheidung
treffe, wir vereinbarten, das wir am nächsten Tag noch mal
vorbei kommen und uns noch mal unterhalten würden. Mein Mann
und ich hatten eine recht schlaflose Nacht, am nächsten Tag
sind wir dann zu Frau Noelle und vereinbarten, das sie uns
Domino am 18. Juli bringt und er für 4 Wochen zur Probe bei
uns bleibt.
Mit gemischten Gefühlen fuhren wir wieder nach Hause,
irgendwie einen zusätzlichen Hund im Gepäck....
Am 18. Juli 2004 kam
Domino dann, marschierte hier rein, begrüßte uns, guckte
sich um, spielte mit Balou. Er war zwar sehr zurückhaltend,
aber das war ja normal. Nach 2 Tagen allerdings fingen die
Probleme an. Balou, Welpe, war hier Zuhause, Domino, der
ältere, wollte aber das sagen haben - berechtigter Weise...
Mehrmals täglich gab es die wildesten Kloppereien, Balou war
mittlerweile mindestens genauso groß wie Domino und
versuchte auch seinen Kopf durch zu setzen. Dazu kam, das
Domino vor jeder Handbewegung, jedem lauten Wort in Panik
ausbrach, teilweise - für uns - aus unersichtlichen Gründen
panisch wurde und nicht mehr ansprechbar war.
Schnell waren wir mit den Nerven am Ende- so konnte das
nicht gut gehen! Wir entschieden, Domino kann nicht bleiben,
das schaffen wir nicht!
Eine Bekannte sagte, sie würde Domino nehmen, ich gab Frau
Noelle ihre Telefonnummer und sie rief dort an. Allerdings
hatte sie unsere Bekannte schon anders überlegt und sagte
Frau Noelle ab. Da standen wir nun und überlegten, was tun?
Domino wieder weg bringen, er müßte sich dann ja wieder
umgewöhnen? Ich rief Frau Noelle an, sie sagte natürlich
sofort, wenn es nicht klappt, kann Domino zuerst mal wieder
zurück zu ihr. Wir sollten nur bitte noch ein paar Tage
durchhalte, da eine ihrer Hündinnen kurz vorm werfen wäre.
Natürlich, kein Problem, das schafften wir. Nur in diesen
Tagen, in denen unsere Entscheidung ja schon gefallen war,
entspannt sich die Lage - oder wir uns? Am 04. August, dem
Geburtstag meines Mannes, telefonierte ich nochmals mit Frau
Noelle. Ich sagte ihr, wenn Domino als Zuchtrüde eingesetzt
werden soll, sehe ich keine Möglichkeit, das er bleibt.
Einen Zuchtrüden, der ja jetzt schon Balou gegenüber richtig
aufdrehte, das traute ich mir nicht zu. Balou sollte
kastriert werden, Domino dann auch.
Und was sagte Frau Noelle: wenn er dafür bleiben kann und
ein super Zuhause hat, dann darf er kastriert werden!
Unglaublich, diese Züchterin verzichtete zum Wohl des Hundes
auf einen erstklassigen Zuchtrüden und damit auf einen sehr
wichtigen Bestandteil ihrer zukünftigen Zucht!
Für Frau Noelle war diese Entscheidung verbunden mit einem
lachenden und einem weinenden Auge, zum Wohl des Hundes
entschied sie sich für ihr lachendes Auge - Hut ab!!!!
Domino blieb also, er gewann bei uns an Sicherheit,
allerdings gibt es auch heute noch Nachwirkungen von seinem
ersten Zuhause.
Er ist super futterneidisch, auch heute noch werden die
beiden getrennt gefüttert (klar, wenn man vorher nie wußte,
ob und was es gibt)
Er hat - auf Grund schlechter Aufzucht beim Vorbesitzer -
hinten eine massive Bindegewebsschwäche, die nur langsam
wieder in Ordnung kommt.
Dazu kommen neurologische Ausfälle des Bewegungsapparates
und Panikattacken aus für uns nicht nachvollziehbaren
Gründen.
Laute Stimmen, schnelle Bewegungen mit den Armen lassen ihn
immer noch manchmal zusammen zucken. Aber all das bekommen
wir mit viel Liebe und Geduld in den Griff!
Am 20. August 2005 sind wir wieder zu Frau Noelle gefahren,
es war wieder Zuchtschau. Sie war begeistert, wie gut Domino
sich entwickelt hat!
Domino ist mittlerweile ein selbstsicherer Rüde geworden,
der seinen Balou liebt und umsorgt - wir nennen Domino auch
gerne "Schwester Domino", denn kleinere Wunden versorgt er,
nicht ich! Domino hat in dem kleinen Hunderudel das sagen,
obwohl Balou nun schon eine Rückenhöhe von ca. 92 cm hat!
Domino wickelt mich regelmäßig um seine Pfoten, er hat ein
so liebenswertes Wesen, das ich ihm tatsächlich mehr
durchgehen lasse als Balou ;-)

Domino hat bei uns auch
seine versäumten Entwicklungsphasen nachgeholt :-)
Als Balou in dem Alter war, wo alles angeknabbert wird hat
Domino kräftig geholfen - nichts war vor den zweien sicher.
Innerhalb von 3 Wochen mussten ca 8 Paar Schlappen dran
glauben, eine Fernbedienung, meine Lieblingswolldecke und
viele mehr! Balou kam wegen seine Größe überall dran, Domino
mit der schmalen Schnauze in jede Ecke und Spalte.... - so
aufgeräumt war es bei uns noch nie!
Auch diese Phase haben wir glücklich überstanden, genauso
wie die Neugestaltung unseres Gartens - welche die beiden in
die Hand genommen haben..... Hochteiche sind Wassernäpfe,
Rosen am Zaun stören die Sicht und Löcher im Rasen sind
schick!
Wir sind froh, das wir uns
für Domino entschieden haben - er ist ein wunderbarer Hund!
Domino litt sehr, als Balou
krank wurde. Er verstand nicht, was mit Balou plötzlich los
war. Nachdem Balou zu Regenbogenbrücke gegangen ist, war
Domino sehr einsam. Ich erkannte das zwar, war aber
eigentlich noch nicht bereit für einen neuen Hund. Ich
sprach mit meiner Freundin Stephanie Noelle, Dominos
Züchterin, und mit meiner Freundin Martina Friemelt-Lenz.
Beide wussten es besser als ich!
Martina lud mich ein, sie am Wochenende zu besuchen. Bei ihr
traf ich auf Cadir, ein
liebenswerter Kasper. Eine Woche später holten wir Cadir zu
uns und Domino blühte auf! Auch wenn mein Herz zuerst nein
sagte, es war eine der besten Entscheidungen, die wir für
uns und Domino treffen konnten!
Danke Stephanie - Danke
Martina! |